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Überraschung: Präparierter Wolf hat Elfenbein im Maul

Ein echter Wolf beim Zahnarzt ist bereits kurios. Noch besser aber ist der Befund: Statt Wolfszähnen hatte das untersuchte Münsteraner Museumstier Elfenbein im Gebiss.

Münster (dpa) - Ein echter Wolf beim Zahnarzt ist bereits kurios. Noch besser aber ist der Befund: Statt Wolfszähnen hatte das untersuchte Münsteraner Museumstier Elfenbein im Gebiss. "Nach dem ersten Schock haben wir erst mal herzlich gelacht", sagt Jan Ole Kriegs, Chef des Naturkundemuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Doch von vorn: Im Auftrag des Museums hatte ein Zahnarzt dem präparierten Museumsstück aus dem Jahr 1835 Uhr einen Zahn ziehen sollen. Wissenschaftler wollten anhand einer DNA-Probe daraus feststellen, ob das als letzter Wolf von Westfalen in die Geschichte eingegangene Raubtier ein genetischer Vorgänger der heute über Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen einwandernden Wölfe ist.

Bereits beim ersten Versuch wunderte sich der Zahnarzt Jörg Hense: Der gezogene Reißzahn war seltsam verknöchert und ohne Nervenkanal. Beim zweiten Versuch war es ein Eckzahn. Um mögliche DNA-Spuren bei diesem Exemplar nicht zu zerstören, bliebt der Zahn ganz.

Eine Laboruntersuchung im Senckenberg-Institut in Frankfurt brachte dann die Überraschung: Der Wolf hat ein Gebiss aus Elfenbein. "Zu 100 Prozent", so der Befund. "Die damaligen Präparatoren hatten sich offenbar künstliche, aber täuschend echt aussehende Wolfszähne aus Elfenbein geschnitzt, also aus dem Zahnschmelz der Stoßzähne eines Elefanten", erklärt Kriegs.

"Von einem so alten Tier noch genetisches Material zu bekommen, ist sehr schwierig. Wir haben es schon einmal mit Hautproben probiert, was nicht geklappt hatte", sagt der Museumschef. Jetzt soll es einen neuen Versuch mit Material aus den Fußballen geben.

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