Archiv

Bergisch Gladbach Großer Protest gegen Englisch-Prüfung

Zu schwer und unverständlich: Nach der zentralen Abschlussprüfung im Fach Englisch am Donnerstag in den zehnten Klassen gibt es großen Ärger.


Dario Schramm, ein Schüler der Integrierten Gesamtschule in Bergisch Gladbach Paffrath, hat deshalb eine Online-Petition für eine Wiederholung Prüfung gestartet. Inzwischen hat sie schon über 42.000 Unterstützer. Der 16-Jährige bezeichnet die Prüfung als unfair.

Auch der Lehrerverband lehrer nrw kritisiert in einer Mitteilung die Prüfung:

"Zahlreiche Lehrkräfte berichten, dass selbst gute Schüler an den Aufgaben gescheitert sind. Offensichtlich waren Vokabeln teilweise unbekannt, Fragen unverständlich formuliert und das gewählte Thema Apartheid zu komplex. Größte Schwierigkeiten gab es bei der Aufgabe zum Hörverstehen, und zwar nicht nur in inhaltlicher Hinsicht, sondern auch infolge der mangelnden technischen Qualität der Aufnahme. Fachlehrer, sogar Muttersprachler (!), melden zurück, dass sie selbst große Probleme hatten, die Hörverstehens-Aufgabe zu verstehen und zu lösen.

Lehrer nrw wird das Thema am kommenden Montag in der Sitzung des Hauptpersonalrats für Realschulen im Schulministerium zur Sprache bringen. Wir erwarten vom Ministerium, dass für alle Schülerinnen und Schüler eine faire und praktikable Lösung gefunden wird. Praxisferne, unangemessene Prüfungsaufgaben, die nicht das widerspiegeln, was im Unterricht gelernt werden konnte, dürfen jungen Menschen nicht ihre Abschlussnote und damit womöglich auch Anschluss-Chancen verderben", erklärt die lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach.

Aus Sicht von lehrer nrw ist eine Wiederholung der Prüfung unabdingbar, sofern sich die Mängel in den Aufgaben bei der jetzt laufenden Überprüfung durch das Ministerium bestätigen. Es spricht Bände, dass eine erst gestern gestartete Online-Petition, die eine Neuauflage der Prüfung fordert, bereits (Stand Freitagnachmittag) rund 30.000 Unterstützer hat. Sollte eine Wiederholung aus terminlichen und/oder organisatorischen Gründen scheitern, muss zumindest die Hörverstehens-Aufgabe aus der Bewertung herausgenommen werden. Für die Zukunft ist unbedingt sicherzustellen, dass die in einem Expertenzirkel entwickelten zentralen Prüfungsaufgaben auch tatsächlich von Lehrkräften korrigiert werden, damit die Prüfungen nicht völlig am Unterrichtsgeschehen vorbeilaufen."

(19.05.2017)


Anzeige
Zur Startseite