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Guardians Of The GalaxyFünf Freunde sollt ihr sein

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"Star-Lord, Mann!", es ist fast schon ein Flehen um Aufmerksamkeit. Zu gern wäre Peter Quill (Chris Pratt) unter seinem Künstlernamen bekannt, berühmt und berüchtigt. Aber in der Galaxie hat kaum jemand von dem Gauner gehört. Ein Los, das Star-Lord mit einer Handvoll weiterer "Guardians Of The Galaxy" auch auf der Erde teilt. Die durchgeknallte Comic-Truppe, die es seit 1969 gibt, kennt kaum jemand. Das wird sich aber ändern, garantiert: Die explosive Superhelden-Posse ist eine völlig überraschende Marvel-Blödelei - und der bisher witzigste Blockbuster des Jahres.

Quill, ein ziemlich größenwahnsinniger Verschnitt aus Han Solo und Indiana Jones, wurde als Kind von der Erde des Jahres 1988 entführt. Er hat es sich recht bequem im Universum eingerichtet, stiehlt mal an einer Ecke etwas, dreht mal an einer anderen ein krummes Ding. Quill nennt sich selbst Star-Lord, wird deswegen aber vor allem belächelt. Das ärgert den nicht unsympathischen, schlagfertigen Hallodri - bis ihm eines Tages eine mysteriöse Kugel in die Hände fällt: eine Art Metallschrein, in dem das Ende des Universums wohnt.

Plötzlich ist Quill sehr beliebt, wenn auch vor allem als Zielscheibe. Auf ihn abgesehen haben es: der schießwütige Waschbär Rocket (gesprochen von Fahri Yardim) und sein Baum Groot, eine attraktive, grünhäutige Killerin Gamora (Zoë Saldaña) und Drax (Dave Bautista), der mehr Kleiderschrank ist als Mann. Sie sind genauso schräge Vögel wie Quill selbst - geplagt von Selbstzweifeln, fehlender Anerkennung, Todessehnsucht. Das sind die perfekten Voraussetzungen für eine ziemliche beste Freundschaft, die zunächst aus reiner Zweckmäßigkeit entsteht.

Die Galaxie der Guardians ist ein absurder Kosmos, in dem Regisseur und Drehbuchautor James Gunn mit Mut zu Albernheiten verrückte Lebensformen verrückte Dinge tun lässt. Zu einem Best Of von 70er- und 80er-Jahre-Hits, Quill hatte bei seiner Entführung einen Walkman und ein paar Musikkassetten dabei, ballern sich die fünf Freunde durch Gefängnismauern, finstere Heerscharen und monströs große Kampfsternraumschiffe.

Es wurde zuletzt viel über Ideenlosigkeit Hollywoods nachgedacht. Zu viele Franchises, zu viele Fortsetzungen, zu viele Blockbuster, zu viele Superhelden. Kurz: viel Kommerz, zu wenig Innovationen. Das ist nicht falsch, es gibt genug Beispiele farbloser Konfektionsware; die "Transformers" sind nur die lautesten davon. "Guardians Of The Galaxy" ist allerdings eine perfekte Ausnahme von der Regel: Der Film ist ein Blockbuster, ein Popcornmovie, Teil der Marvel-Franchise. Aber alles andere als ideenlos.

Marvel hatte bei der Besetzung des Regiestuhls einmal mehr den richtigen Riecher und vertraute darauf, dass Filmemacher aus dem Indiekino auch mit einem unverschämt hohen Budget (170 Millionen Dollar) frech und kreativ bleiben. James Gunn hatte sich eigentlich nur mit einer spottbilligen Superhelden-Farce im Bastelkasten-Look für den Job empfohlen: "Super - Shut up, Crime" (2010) war eine lustvolle Übertreibung mit gleichermaßen vielen ironischen Spitzen wie nachdenklichen Tönen und dem einen oder anderen Knalleffekt aus dem Baumarkt.

Die "Guardians" sind ganz ähnlich gestrickt. Geld hin oder her. Der Film sieht fantastisch aus und ist weder ein visuelles noch inhaltliches Recycling alter Ideen: Gunn hat sich ein ganz eigenes Superhelden-Universum zusammenfantasiert - mit einer gesunden Portion Selbstironie, übergeschnappten Figuren und liebevollen Verbeugungen vor (fast allen) SciFi-Klassikern. Schön, dass eine Fortsetzung bereits angekündigt wurde.

Andreas Fischer

Kinofilm
Filmbewertungausgezeichnet
FilmnameGuardians Of The Galaxy
OriginaltitelGuardians Of The Galaxy
Starttermin28.08.2014
3D3D Info
RegisseurJames Gunn
GenreScience Fiction
SchauspielerChris Pratt
SchauspielerZoë Saldaña
SchauspielerDave Bautista
Entstehungszeitraum2014
LandUSA
Freigabealter12
VerleihDisney
Laufzeit121 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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