Musik / CD

Versengold: FunkenflugHoch die Krüge!

Freunde der Szene wissen: Es ist immer wieder ein Vergnügen, die Musikbühnen der diversen kleinen und großen Mittelaltermärkte in Deutschland abzuklappern. Es gibt dort zwar eine große Schnittmenge, und die Merseburger Zaubersprüche hat man auch schon oft genug gehört. Selbst an den großen Zugpferden der Mittelalter- und Folk-Genres hat man sich irgendwann sattgehört. Zu den nach wie vor frischesten, stimmungsreichsten Folk-Bands der Szene zählen Versengold, die nicht nur live für Begeisterung sorgen: Mit ihrem inzwischen achten Werk "Funkenflug" veröffentlicht die Gruppe 53 Minuten gute Laune, mit Melodien zum Mitsingen und ohne irgendwelche Abnutzungserscheinungen.

14 Lieder enthält das neue Album der sieben Bremer. Mit "Biikebrennen" und "O'Rileys Lichterfest" zelebrieren sie Folk a cappella. Florian Janoske darf sich an der Geige und Alexander Willms an der Nyckelhharpa austoben. Sie laden ein, das Tanzbein zu schwingen und die Krüge zu heben - Szenenfans fühlen sich sofort daheim.

Feiern Lieder wie "Niemals sang- und klanglos", "Solange jemand Geige spielt" und "Herz durch die Wand" auf gewohnt beschwingte, melodische Art und Weise die Musik und das Leben, lässt insbesondere die Single-Auskopplung "Haut mir kein' Stein" aufhorchen. Hier wird beinahe euphorisch der Tod besungen: Der Refrain zeigt mit Zeilen wie "Legt kein' Kranz wohin ich starb / Sondern baut mir dort ein Schankhaus und tanzt auf meinem Grab", wie Sänger und Texter Malte Hoyer zum Tod steht. Die Inspiration für den Song, verrät er, war ein schwerer Autounfall im Jahr 2014, der die Themen Tod und Vergänglichkeit für ihn in den Fokus rückte.

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Es lohnt sich bei "Funkenflug" auch an anderer Stelle genauer hinzuhören. So schlägt "Das wär' ein Traum" mit Zeilen wie "Wenn ihr schon die ganze Welt verprasst / Haltet euch im Zaum / Sägt doch bitte nur am eig'nen Ast / Und nicht gleich am ganzen Baum" auch gesellschaftskritische Töne an.

Daneben dürfen auch die ruhigen Melodeien nicht fehlen: Im weihnachtlich angehauchten "Schnee fällt" und bei "Nebelfee" nehmen Versengold das Tempo raus und setzen Schlagzeuger Sean Lang ans Klavier, um verträumte Balladen zum Besten zu geben, die mit geschicktem Arrangement für Spannung und Entspannung gleichermaßen sorgen, ohne sich in Kitsch oder Schwermut zu verlieren.

Ein besonderes Lob verdient Jörg Umbreit, der im Tonstudio hervorragende Arbeit geleistet hat: Jedes Instrument kommt glasklar zur Geltung, weshalb auch die flotten Stücke nicht überladen wirken. Zudem wohnt dem Akustik-Sound eine Kraft inne, von der sich manche Rock-Band mit Verstärker eine Scheibe abschneiden könnte.

Für den Hörer fühlt sich dieser "Funkenflug" derweil fast an, als würde er Irland einen Besuch abstatten - so wie es Hoyer in "Verliebt in eine Insel" tut. Obwohl, so gesteht er, er selbst noch nie in Irland war. Sei's drum: "Funkenflug" ist ein Album ohne B-Seiten, das auch außerhalb des Pubs funktioniert. Also dann: Sláinte!

Martin Heller

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelFunkenflug
Bandname/InterpretVersengold
GenreFolk
Erhältlich ab04.08.2017
LabelRCA
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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