Donnerstag, 16.08.2018
10:08 Uhr


Musik

Gospel-Legende Clarence Fountain ist tot

Trauer um Clarence Fountain: Der blinde Gospel-Star, der zusammen mit den Blind Boys of Alabama Musikgeschichte schrieb, ist im Alter von 88 Jahren in Baton Rouge, Louisiana, verstorben.

Die Geschichte der Blind Boys of Alabama reicht zurück bis in die Vorkriegsjahre. 1937, als Clarence Fountain und George Scott als "Happyland Jubilee Singers" am Alabama Institute For The Negro Blind zusammenkamen, war Fountain gerade mal sieben Jahre alt, Scott acht. Die Gospelsänger machten dank der tiefen Inbrunst und Gläubigkeit, mit der sie ihre Gospels zum Besten gaben, schnell Lokalkarriere. 1948 erschien ihr erstes Album, "I Can See Everybody's Mother But Mine", unter dem Bandnamen, mit dem sie später weltweit bekannt werden sollten.

Mit wechselnder Besetzung nahm die Gruppe in den Folgejahren unzählige Platten auf. 1960 stieß Jimmy Carter als ständiges Mitglied hinzu, während Fountain vorübergehend austrat, um sich an einer Solokarriere zu versuchen. Doch den "Blind Boys" blieb er treu und engagierte sich zusammen mit seinen Bandkollegen in der Bürgerrechtsbewegung.

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In den 90er-Jahren begannen die "Blind Boys", zeitgenössische Lieder als Gospels zu interpretieren, Dylans "I Believe In You" brachte eine Grammy-Nominierung, später ergatterten sie einen Plattenvertrag bei Peter Gabriels Label Real World. "Spirit Of The Century" von 2001 brachte den ersten Grammy, anschließend konnten sich die "Boys" vor Aufträgen kaum retten. Es folgen die Alben "Higher Ground" (2002) mit Robert Randolph und Ben Harper, "Go Tell It On The Mountain" (2003), eine Sammlung an Gospelstücken, mit Gaststars wie George Clinton und Tom Waits, und "There Will Be A Light" von 2004, das der Band den vierten Grammy in Folge einbrachte.

Wenige Tage nach der Veröffentlichung des Albums "Atom Bomb" starb Scott am 9. März 2005 mit 75 Jahren. Die anderen machten weiter, auch Clarence Fountain, der bis 2007 auf der Bühne stand. Auch wenn er sich wegen einer Diabeteserkrankung aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste, machte er weiter erfolgreich Musik: 2009 wurden die Blind Boys of Alabama mit ihrem fünften und sechsten Grammy ausgezeichnet. Noch im vergangenen Jahr sang Fountain auf einem Album der Band, die ihn berühmt machte: Auf "Almost Home" erklang seine Stimme ein letztes Mal.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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