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The Legend of Zelda: Breath of the WildLinks große Freiheit

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Knapp 20-mal musste Link, dieses kleine Spitzohr, das nicht erwachsen werden will, in den letzten 30 Jahren bereits auf diversen Nintendo-Konsolen ausrücken - fast immer, um dem ewig bösen Ganon die Stirn zu bieten, das Königreich Hyrule und die Prinzessin zu retten. Das ist auch bei "Breath of the Wild" so - Tradition verpflichtet. Und dennoch ist im neuen "Zelda"-Abenteuer "Breath of the Wild" alles anders ...

Das ehrfürchtig erwartete Spiel ist ein Abgesang auf die Wii U - und gleichzeitig einer der wenigen Gründe, sich vom Start weg mit Nintendos Neuer anzufreunden: der Switch, diesem innovativen Hybriden aus Heim- und Hosentaschenkonsole.

Inhaltlich sind beide Versionen identisch - technisch nahezu auch, wobei das Switch-Abenteuer von Link jetzt wirklich überall gespielt werden kann: Daheim ebenso wie in der U-Bahn. Eine gewisse Freizeit-Optimierung ist übrigens von Vorteil, denn "Breath of the Wild" ist groß. Verdammt groß. Und voller Möglichkeiten.

Im Gegensatz zu den Vorgängern handelt es sich um ein Open-World-Spiel. Das bedeutet, dass der eigenen Bewegungsfreiheit wie auch in "GTA", "Skyrim" oder dem jüngst veröffentlichen PS4-Hit "Horizon: Zero Dawn" kaum Grenzen gesetzt sind. Auch der Ablauf ist nur bedingt vorprogrammiert: Link kann nach 100-jährigem Tiefschlaf stramm der eingangs skizzierten Geschichte folgen, in deren Verlauf es gewaltige Maschinen-Titanen zu bezwingen gilt, ehe es Ganon an den Kragen geht.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass man bei der Erkundung des zerstörten Königreichs Hyrule seinen Versuchungen erliegt. Und diese sind zahllos. Wer will, kann den lieben langen Tag (und die ganze Nacht) auf die Suche nach Zutaten für die haarsträubendsten Kochrezepte gehen, sich bei der Suche nach süßen Gnomen verlieren, die Schatztruhen von Monsterlagern plündern, auf jede Anhöhe und jeden Gipfel steigen, um den Ausblick zu genießen. Oder aber tief in die Erde fahren, um die Logik- und Physikrätsel in Dutzenden Schreinen zu knacken. Als Belohnung lassen sich Lebensenergie und Ausdauer dauerhaft steigern.

Wandern und staunen ist ebenfalls eine Option. Denn die Welt, die Nintendo geschafft hat, ist ein Naturschauspiel. Auf den Wiesen grasen Wildpferde, die sich für einen Ausritt einfangen lassen, Insekten schwirren im Wind, zwischen den Bäumen huschen Hasen, Füchse, Eichhörnchen. Liebevolle Details allerorten.

Doch die in Comic-Farben getauchte Idylle trügt. Link muss sich von Beginn an einem knallharten Überlebenskampf stellen. Nachts kriechen Skelette aus dem Boden, in verschneiten Höhenlagen erfriert das Spitzohr binnen Minuten, in Wüsten setzt ihm die Hitze zu. Und sollte es gewittern, lässt man alle metallischen Waffen und Schilde lieber stecken - was dennoch fatal enden kann, wenn Monster Jagd auf den Spieler machen. Weniger Treffer reichen meist - Game Over. Schon wieder.

Zumindest auf diese Weise setzt "Breath of the Wild" dem Erkundungsdrang dann doch Grenzen. Manche Gebiete sollte man ohne die nötige Ausrüstung, Verpflegung oder Erfahrung einfach nicht betreten. Apropos: Den Umgang mit Schwert und Bogen beherrscht Link von Grund auf, recht früh bekommt er zudem einen Gleitschirm. In Schreinen erlernt er zudem weitere Talente - darunter der Umgang mit Bomben, das Einfrieren von Wasser oder beweglichen Objekten sowie den Magnetismus.

Doch "Breath of the Wild" ist nicht wegen seiner vielen Versatzstücke das erhoffte Vorzeigespiel geworden. Beeindruckend ist vielmehr, wie sich alle Elemente perfekt aneinander fügen - die anfangs noch komplexe Steuerung inklusive. Hinzu kommen die vielen kleinen Geschichten am Wegesrand, die mit ihrem Charme und skurrilen Figuren dem Spieler unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen zaubern und das neue "Zelda" zu dem machen, was es ist: ein großes Spiel, das in jedem kleinen Moment Spaß macht.

Bernd Fetsch

Game
SpielnameThe Legend of Zelda: Breath of the Wild
HerstellerNintendo
VertriebNintendo
Erhältlich ab03.03.2017
Bewertung Gesamtsehr gut

Erhältlich für:
Wii U

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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