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Microsofts Xbox wird 15 Jahre alt

Happy Birthday, liebe Xbox: Vor 15 Jahren veröffentlichte Microsoft seine erste Konsole und legte damit den Grundstein für eine zumindest in den USA bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte. Dabei verlief der Start der neuen Marke alles andere als souverän, denn Anfang der 2000er-Jahre war die Konsolenwelt fest in Sony-Hand: Die PlayStation2 dominierte den Markt unangefochten, den einstigen Nebenbuhler Nintendo hatte man zumindest im stationären Konsolen-Sektor auf die hinteren Ränge verwiesen, Segas Dreamcast die Luft abgeschnürt. Für entsprechenden Wirbel sorgte die Ankündigung von PC-Platzhirsch Microsoft, den Konsolenmarkt mit einem eigenen Gerät aufmischen zu wollen: Angeblich geboren aus Bill Gates' Wunsch, die komplette Spielewelt mit einer Windows- und Direct-X-Plattform zu beherrschen, wurde die "Xbox" entwickelt - ein anfangs extrem klobiges Gerät, das den Videospiel-Markt aber immerhin um nützliche, sonst dem PC vorbehaltene Features bereicherte. Heute sind High-Speed-Internet und Festplatte bei Konsolen Standard, früher dagegen ein Novum.

Anders als zum Beispiel Segas Dreamcast konnte die Xbox per DSL ins Netz, außerdem machte die verbaute Harddisk (je nach Modell acht oder zehn GB groß) die Anschaffung teurer Speicherkarten zur Sicherung von Spielständen oder anderer Begleitdaten mit einem Schlag überflüssig. Das US-Heimspiel des Microsoft-Geräts verlief von Anfang an vielversprechend - ein Umstand, den man nicht zuletzt dem ersten "Halo" zu verdanken hatte. Der von Bungie entwickelte Ego-Shooter sollte ursprünglich für den PC erscheinen, doch Microsoft übernahm das kleine Studio kurzerhand und vermarktete das Debüt des Masterchiefs - sehr zum Unmut der PC-Community - zunächst Xbox-exklusiv.

In Deutschland dagegen hatte der Konsolen-Neuling einen weit weniger gelungenen Einstand: Der hohe Einführungspreis von 480 Euro verschreckte viele Käufer ebenso wie das klobige Chassis des fast dreieinhalb Kilo schweren Brockens. Der verdankte seine hohe Gewichtsklasse angeblich dem eingebauten Netzteil, dem man genug Gehäuse-Platz reservieren wollte, um übermäßige Wärme-Entwicklung zu verhindern. Sony umging das Problem der Hitzewallungen, indem man das Netzgerät beim nächsten PS2-Modell auslagerte - Microsoft hingegen blieb dem Original-Design seiner Hardware bis zu ihrer Ablöse durch die Xbox 360 treu.

Mit einer Rechenleistung von 13 Gigaflops, einer mit 733 MHz getakteten Intel-CPU und 64 MB DDR-RAM war die erste Xbox der stärkste Vertreter der sechsten Konsolen-Generation - allerdings konnte das Gerät seine überlegene Performance nur selten richtig ausspielen, weil sie von den meisten Spiele-Herstellern lediglich mit simplen PC- und PS2-Portierungen versorgt wurde. Anders sah es bei durch Microsoft gesponserten oder produzierten Exklusiv-Spielen aus - darunter "Halo 2", das geniale "Project Gotham Racing" und Peter Molyneuxs Ausnahme-Rollenspiel "Fable". 2002 übernahm Microsoft von Nintendo das bekannte britische Spiele-Studio Rare - die erste Xbox profitierte allerdings nur geringfügig davon: Außer "Conker: Live & Reloaded" sowie dem mäßig erfolgreichen "Grabbed by the Ghoulies" steuerte der Entwickler nichts zum frühen Xbox-Programm bei.

Als die erste Xbox nach nicht mal vier Jahren zugunsten der Xbox 360 abgelöst wurde, hatte Microsoft 25 Millionen Stück von seiner Videospielkonsole verkauft - kein Grund zum Jubeln, aber die Weichen waren gestellt. Ein Luxus, den sich der Windows-Konzern allerdings satte vier Milliarden Dollar Minus kosten ließ: Um das Gerät attraktiver zu machen, senkte der Konzern den Preis nur sechs Wochen nach Start auf 300 Euro und musste daher bei jeder verkauften Konsole tüchtig draufzahlen.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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