Musik / CD

G-Eazy: The Beautiful & DamnedMehr "Damned" als "Beautiful"

So ein Motiv auf einer HipHop-Platte - was G-Eazy da zeigt, darf man durchaus originell nennen. Schürfwunden, Blutkrusten und ein müder Blick im halbdunklen Scheinwerferlicht: Das Cover seines dritten Albums sieht nach klassischem Rock'n'Roll aus und will verdeutlichen, was das Leben auf der Überholspur unaufhaltsam mit sich bringt. Gerald Earl Gillum, wie G-Eazy eigentlich heißt, wirkt erschöpft und ausgelaugt in seiner schwarzen Lederjacke. Und die Querverweise führen noch weiter, etwa im Titel "The Beautiful & Damned". Ahnt man es bereits? Die Verpackung der CD zählt bereits zum Spannendsten, was diese Platte zu bieten hat.

Natürlich: Der Albumtitel nimmt auch Bezug auf den berühmten gleichnamigen Roman des Schrifstellers F. Scott Fitzgerald, der bereits in den 1920er-Jahren ein ausschweifendes Leben führte - in einer Zeit also, als die Klischees des Rockstartums noch gar nicht erfunden waren. Doch der thematische Hochmut, der Hedonismus und eine dicke Lippe mischen sich bei G-Eazy neuerdings auch mit Verzweiflung und Demut. Auf "The Beautiful & Damned" beschäftigt er sich mit sich, der Welt und der wachsenden Diskrepanz zwischen seiner eigenen Persönlichkeit und der Kunstfigur G-Eazy.

Was besonders auffällt an diesem Album, ist die durchaus beachtliche und auch recht lange Liste an Gästen: Unter anderem sind Halsey und A$AP Rocky dabei, außerdem Kehlani, E-40, Charlie Puth, Anna of the North und Son Lux. Dazu gibt es auch noch einen begleitenden Kurzfilm, der das Album bildlich unterstützen soll.

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Und die Musik? G-Eazy präsentiert auf "The Beautiful & Damned" modernen, fetten, gut hörbaren HipHop-Sound. Zu den Höhepunkten zählen etwa das dröhnend dumpfe Stück "No Limit" (mit A$AP Rocky und einer sehr tight rappenden Cardi B), oder den sehr düsteren und vertrackten Titel "Legend" (ausnahmsweise ohne "Featuring ...").

Die einzelnen Titel wirken über weite Strecken allerdings immer wieder ein wenig beliebig. Als Hörer jedenfalls kommt man nie richtig bei diesem Album an, was auch mit fragwürdigen stilistischen Schlenkern zu tun hat. So lässt G-Eazy beispielsweise kaum einen Track verstreichen, ohne ein abgenudeltes "Yeah" vor seine Reime zu droppen. Das wirkt oft aufgesetzt, und manchmal auch ein bisschen plump. "The Beautiful & Damned" bleibt also nach der Hitflanke der Vorgängeralben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dass G-Eazy ein Rapper ist, der sich eigentlich sehr gut auf Eingängigkeit und progressive Härte versteht, wird hier bestenfalls angedeutet.

Klaas Tigchelaar

Audio CD
Bewertungakzeptabel
CD-TitelThe Beautiful & Damned
Bandname/InterpretG-Eazy
Erhältlich ab15.12.2017
LabelRCA
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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