Musik / CD

Halestorm: ViciousDas starke Geschlecht

Von Joan Jett bis Doro, von Girlschool bis Arch Enemy: Die Liste der starken Frauen, die sich im harten Rockbusiness die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und dabei ähnlich rau wie ihre männlichen Kollegen zu Werke gehen, ist inzwischen ziemlich lang. Lzzy Hale ist seit einigen Jahren auf dem Weg an die Spitze dieser Liste. Mit "Vicious", dem vierten Studioalbum von Halestorm, macht sie einen weiteren Schritt.

Wobei eine - um geschlechtsneutral zu bleiben - Frontfigur natürlich immer nur so stark ist kann wie ihr Team. Lzzy wird von drei Männern umrahmt. Und Halestorm heißt auch: eine Rhythmusgruppe voller Groove zwischen zeitgemäßem Hardrock und dem räudigen Charme der einstigen Sturm-und-Drang-Zeit des Genres. Das Doppel "Skulls" und "Uncomfortable" räumt nach dem ersten sicheren Punkt, den die Amerikaner mit dem soliden Opener "Black Vultures" einfahren, das Feld leer: Wir machen, was wir wollen.

Es kracht oft auf "Vicious", es geht aber auch anders: "Heart Of Novocaine" ist eine inbrünstige, von Akustikgitarren getragene Stadion-Mitsing-Nummer, bei der einem unweigerlich ein Meer aus Feuerzeugen in den Sinn kommt. Ja, Feuerzeuge. Keine Handys. Gerade in Songs wie diesem klingt "Vicious" dezent nach vergangenen Tagen, ohne aber je altmodisch zu wirken.

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Auch "The Silence" schlägt eine durchatmende, nostalgische Note an. Halestorm kennen das Spiel von Spannung und Entspannung. Auf der anderen Seite erscheint das textlich unter der Gürtellinie angesiedelte Stück "Do Not Disturb", dessen "Höhepunkt" das Gitarrensolo bildet, nur wie ein konstruiertes Statement, das auch durch gezielt gesetztes Stöhnen nicht unbedingt an Wertigkeit gewinnt.

Halestorm: Das sind gewissermaßen auch durchlöcherte Jeans, die aus dem Designerladen stammen. Einerseits die unzähmbaren Rocker mit der verwegenen Frontfrau, andererseits die routinierten Songschreiber mit Grammykrone und einer Sängerin, die selbst ein Modelabel führt.

Umgesetzt wurde "Vicious" gemeinsam mit Star-Produzent Nick Raskulinecz (Foo Fighters, Rush), und man darf festhalten, dass Halestorm auch diesmal nichts anbrennen lassen. "What doesn't kill me makes me vicious", teilt uns Lzzy Hale im Titeltrack mit. Und das in einem solch verführerisch eingängigen Refrain, dass dazu nur lächelnd genickt werden kann. Werde du nur bösartig. Wir finden es gut.

Halestorm auf Tour:

11.10. Hamburg, Markthalle

12.10. Berlin, Kesselhaus

14.10. Frankfurt, Batschkapp

15.10. Köln, Live Music Hall

16.10. München, Backstage Werk

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelVicious
Bandname/InterpretHalestorm
Erhältlich ab27.07.2018
LabelAtlantic
VertriebWarner
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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