Musik / CD

Ian Gillan & The Javelins: Ian Gillan & The JavelinsIn einem Land vor unserer Zeit

Die Altrocker von Deep Purple gehören längst zu den Dinosauriern der Musikwelt. Seit einem halben Jahrhundert schon bevölkern sie den Globus. Die Band selbst bezeichnete sich in einem Interview einmal als "Anachronismus". Aber ebenso wie einst die Dinos gelangten auch Deep Purple nicht per Urknall auf den Planeten. Ein wenig bekannter Teil der Vorgeschichte von Deep-Purple-Sänger Ian Gillan wird nun musikalisch ausgeleuchtet mit der beinahe-fossilen Veröffentlichung "Ian Gillan & The Javelins".

Aktiv war die Band von September 1962 bis Weihnachten 1964, in dieser Zeit wurden über 200 Gigs absolviert. Und wie das damals so üblich war, bediente man sich eifrig bei den Großen. Was Gillan und seine Kollegen nun auflegen, stammt aus den Setlisten von einst. Ein Album, ohne große Ambitionen, nur aus Spaß. Und ein Album, das nichts als Spaß macht.

Einige Songs sind absolute Klassiker, die generationenübergreifend wohl so ziemlich jeder kennen dürfte: Das bereits veröffentlichte Stück "Do You Love Me" beispielsweise bringt der eine mit The Contours in Verbindung, der andere mit "Dirty Dancing". Chuck Berrys "Rock And Roll Music" gehört - in welcher Version auch immer - ebenso zum popmusikalischen Basisschatz wie der ursprünglich von den Drifters veröffentlichte und unzählige Male neu interpretierte Titel "Save The Last Dance For Me".

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Es kann erahnt werden: Mit dem späteren, schweren Hardrock von Deep Purple hat das alles wenig zu tun. Es ist eine erfrischende Reise zurück in eine zumindest aus heutiger Sicht unbeschwert erscheinende Ära. Es geht zurück zu Jerry Lee Lewis und Buddy Holly, zu Roy Orbison und Howlin' Wolf. Es gibt hier ein "Sha-La-La-La" und dort ein "It's so easy to fall in love", hier ein aufgedrehtes Piano (als Gast mit von der Partie: Gillans Deep-Purple-Kollege Don Airey) und irgendwo auch noch eine Tanznummer für den Abschlussball.

Ian Gillan und die Javelins verschanzten sich vier Tage in Hamburg, um diese Platte aufzunehmen. Während dieser Zeit seien "Mikrophone, Instrumente, Textzettel und Erinnerungen die einzigen erlaubten Hilfsmittel" gewesen. Die Musik wurde um ihrer selbst willen eingespielt - ohne höheres Ziel oder einen bestimmten Auftrag. Und vielleicht bekommt sie dadurch ihre fast medizinische Wirkung: Man fühlt sich unweigerlich besser, wenn man "Ian Gillan & The Javelins" hört. Leichter. Unbedingte Einnahmeempfehlung: am besten auf Vinyl. Was sonst?

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelIan Gillan & The Javelins
Bandname/InterpretIan Gillan & The Javelins
GenreRock'n'Roll
Erhältlich ab31.08.2018
LabelEarmusic
VertriebEdel
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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