Musik / CD

Betontod: Vamos!Revolution in Rosa

"Wo ist die Subkultur geblieben, wer hat sie von hier vertrieben?" - Eine gute Frage, die Betontod im Titelsong ihres neuen Albums "Vamos!" stellen. An wen ist sie adressiert? An den Hörer, klar. Aber vielleicht auch an die eigene Riege. Schließlich bewegt sich der zeitgenössische Made-in-Germany-Punkrock immer öfter in Gegenden, in denen gesetzte Herren für die Massen nochmals die Keule vom Dachboden holen, nur um sich damit auf das gemütliche Hitparadensofa zu setzen.

Wie dünn das Eis diesbezüglich ist, zeigen auch einige der zehn neuen Songs auf dem inzwischen neunten Betontod-Album. Auf der einen Seite: ein Tiefflieger wie "Nie mehr Alkohol", in dem Familienväter zur Sauforgie aufrufen. Der Song ist wenig mehr als ein Abklatsch des alten Betontod-Hits "Glück Auf" ("Wir müssen aufhören, weniger zu trinken"). Auf der anderen Seite: Hymnen gegen das Verstummen, für den Zusammenhalt, für das Aufstehen, gegen die sedierte Gesellschaft.

Die pathetische Singleauskopplung "Boxer" (im blutigen Video darf Graciano "Rocky" Rocchigiani mal wieder austeilen) weiß ebenso zu erfreuen wie der gesellschaftskritische Rundumschlag "Stück für Stück" ("Wir holen uns die Straße zurück") oder das Titelstück, welches trotz seiner frech von Iron Maiden abgekupferten Gitarrenmelodie die gegenwärtige Betontod-Stoßrichtung auf den Punkt bringt. Überhaupt: Punk ist hier gar nicht mehr so viel, Deutschrock und Metal sind im Kochtopf der Jungs vom Niederrhein mindestens ebenso wichtig.

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Mit "Zusammen" gibt es dann auch das obligatorische Solidaritätsbekenntnis, mit "Bengalo" eine weitere Liebesbezeugung im Punkjargon. "Diese Zeit" schließlich ist der kleine - und leider weniger zwingende - Bruder von dem Song "Ich nehme dich mit".

Das Cover von "Vamos!" ist in Rosa gehalten. Mal abgesehen davon, dass der deutsche Metaller bei dieser Farbgebung sofort schmunzelnd an J.B.O. denken wird: Etwas mehr neue Farbe hätte dem Album auch musikalisch nicht geschadet. Es ist ein solides, ebenso kurzweiliges wie kurzes Werk, das sich am Ende aber doch nur über sein Kernplädoyer für mehr gesellschaftliche Haltung rettet. Wer sich ohnehin nur für den Party-Teil interessiert, dem sei die Variante mit Bonus-CD ans Herz gelegt: Diese schimpft sich "Trinkhallenhits" und spuckt alte Schlagerperlen wie "Fiesta Mexicana", "Im Wagen vor mir" oder "Griechischer Wein" im einbetonierten Zustand aus.

Betontod auf Tour:

05.10. Berlin, Huxleys

06.10. Köln, Kantine

12.10. Geiselwind, Music Hall

13.10. München, Tonhalle

19.10. Hamburg, Mehr! Theater

20.10. Frankfurt, Batschkapp

26.10. CH-Pratteln, Z7

27.10. Stuttgart, LKA

02.11. Dortmund, Westfalenhalle 3A

03.11. Leipzig, Täubchenthal

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelVamos!
Bandname/InterpretBetontod
GenrePunkrock
Erhältlich ab31.08.2018
LabelArising Empire
VertriebWarner
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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