Musik

Feine Sahne Fischfilet: So reagieren die Fans auf die Konzertabsage

Eigentlich sollte die deutsche Punk-Band Feine Sahne Fischfilet im Rahmen der Konzertreihe "zdf@bauhaus" am 6. November ihr neues Album präsentieren. Auf der historischen Bühne des Bauhauses in Dessau war eine Mischung aus intimem Konzert und journalistischer Interviewrunde mit der Band geplant. Doch daraus wird nichts. Denn die Bauhaus-Stiftung hat unter Berufung auf ihr Hausrecht das Konzert gecancelt. "Politisch extreme Positionen, ob von rechts, links oder andere finden am Bauhaus Dessau keine Plattform, da diese die demokratische Gesellschaft - auf der auch das historische Bauhaus beruht - spalten und damit gefährden", ließ die Stiftung verlauten.

In der Tat sind Feine Sahne Fischfilet nicht unumstritten. In der Vergangenheit war die Band kurzzeitig unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz gestanden. Gleichzeitig zählen die Musiker zu den engagiertesten Kämpfer gegen rechte Ideologien. So standen sie etwa bei dem #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz auf der Bühne.

Die Reaktionen der Fans in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten. Während ein User mit der Durchhalteparole "Jetzt erst Recht Jungs!" und unter dem Hashtag #dessauistnichtkomplettbraun noch gemäßigt reagierte, äußerten sich viele andere Anhänger der Band weitaus kritischer. In Bezug auf den Neonazi-Aufmarsch vor dem Dessauer Bauhaus im März 2017 ließ eine Nutzerin ihrem Ärger freien Lauf: "Unfassbar!!! Man hätte ja auch den Nazi-Aufmarsch verbieten können! Dessau komplett im Arsch!" Ein anderer forderte gar: "Bauhaus dicht machen, sofort!"

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Auch zu den politischen Querelen, die das Konzert schon vor der Absage begleiteten, fanden einige User klare Worte. Eine Nutzerin warf etwa die Frage auf: "Wie soll das weitergehen? Auftrittsverbote, weil Musik nicht in den Kram passt?" Noch weiter ging ein User, der in Facebook schrieb: "Die Schwäche und das Einknicken sog. bürgerlicher Institutionen vor den Rechten macht mir mittlerweile fast mehr Sorgen, als die Rechten selbst".

Nicht nur Fans der Band teilten sich via Social Media mit. War das Konzert im Vorfeld seitens der CDU und der AfD heftig kritisiert worden, häufen sich nun empörte Stimmen der anderen Parteien. In einem Statement der Jusos Sachsen-Anhalt meldete sich Landesvorsitzende Franca Meye zu Wort: "Wir hätten uns mehr Rückgrat von der Stiftung Bauhaus Dessau gewünscht. Aus Angst vor rechten Demonstrationen lieber ein Konzert zu verbieten, ist der falsche Weg. Die Kunstfreiheit ist ein hohes Gut und muss geschützt werden." Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann schloss sich der Kritik mit einem Hinweis auf die Geschichte des Bauhauses an: "Das Bauhaus ist 1932 auf Betreiben der Nazis aus politischen und ideologischen Gründen geschlossen worden. Jetzt aus politischen Erwägungen in die Programmgestaltung des ZDF einzugreifen, halte ich für gefährlich geschichtsvergessen".

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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